Die Firma Carl KRAFFT & Söhne wurde im Jahre 1870 von Carl KRAFFT, zusammen mit Heinrich Depiereux gegründet. Zunächst wurde eine Eisengießerei mit angeschlossener Dampfkesselanlage errichtet. Die Firma hieß zu diesem Zeitpunkt KRAFFT & Depiereux.

Bereits im Jahre 1879 wurde der Eisengießerei eine Maschinenfabrik angegliedert und eine weitere Dampfmaschine in Betrieb genommen.

     

Gefertigt wurden zu dieser Zeit hauptsächlich Maschinen und einzelne Aggregate für die regionale, also für die Dürener papiererzeugende Industrie. Es gab aber auch gelegentlich Aufträge aus anderen Branchen. So findet sich in den Archivunterlagen Fotomaterial über Drahtziehmaschinen und 
Glasschleifmaschinen. Auch wurden bereits Wickelpappenmaschinen zu dieser Zeit gebaut, die natürlich noch dem völligen Handbetrieb unterlagen.

    

Besondere Bedeutung erlangte für die Dürener Region und die Fa. KRAFFT & Söhne der sogenannte Holländer sowie der Kollergang, beides bekannte Maschinen zur Stoffaufbereitung. Diese Aggregate wurden zum Teil in sehr großen Stückzahlen hier produziert.

Im Jahre 1898 schied Heinrich Depiereux aus der Gesellschaft aus und gründete ein neues Unternehmen, nur wenige Hundert Meter Luftlinie von hier entfernt, unter der Bezeichnung "Dürener Maschinenfabrik".

Carl KRAFFT führte das Unternehmen unter der Firmenbezeichnung Carl KRAFFT & Söhne weiter, also dem Firmennamen, der auch heute noch Gültigkeit hat. 

Die Papierindustrie war für die Fa. Carl KRAFFT & Söhne immer der bedeutende Kunde. Natürlich in den Gründerjahren zunächst innerhalb der nahegelegenen Region, später dann aber auch im europäischen Ausland.

In den Jahren 1900 bis 1907 erfolgte ein erheblicher Ausbau des Unternehmens, sowie eine technische Modernisierung. Unter anderem wurde seinerzeit ein großer Werkstattkran selbst gefertigt, um damit die in der Gießerei hergestellten Trockenzylinder auch innerbetrieblich bewegen zu können.

    

Auch der firmeneigene Fuhrpark bestand zu dieser Zeit bereits, allerdings in Form von Pferd und Wagen.



Im Jahre 1920 übernahm Carl Eberhard KRAFFT, also Sohn des eigentlichen Gründers die alleinige Geschäftsführung, die er bis zum Jahre 1955 inne hatte. Auch in dieser Zeit befasste sich das Unternehmen mit der Produktion von Maschinengruppen für die papier- und pappenerzeugende Industrie. Es wurden teilweise auch Gesamtanlagen errichtet und die eigenen Fachmonteure installierten die Anlagen und nahmen sie in Betrieb. 

    

Der am 16.November 1944 über Düren erfolgte Großangriff innerhalb des zweiten Weltkrieges, zerstörte wie ein Wunder nur in einem ganz geringen Umfang die Betriebseinrichtungen des Unternehmens. So konnte man unmittelbar nach der Kapitulation wieder mit einigen treuen und aus den Kriegswirren zurückgekehrten Mitarbeitern die Produktion aufnehmen.

Es wurden zunächst Reparaturen an bestehenden Anlagen in der Dürener Papierindustrie durchgeführt, aber schon bald konnte auch der Kundenkreis regional erweitert werden und es wurden komplette Papiererzeugungsanlagen, einschließlich dem Gesamtengineering, gebaut und geliefert. Südamerika, Korea, Südafrika und andere Länder konnten beliefert werden und so der Bekanntheitsgrad des Unternehmens gesteigert werden. 

Mit der konstruktiven Vergrößerung der Maschinen für die Papier- und Kartonindustrie ging natürlich auch der Bedarf an großen und langen Walzenkörpern einher. 

Im Jahre 1964 übernahm Eberhard Hess mit knapp 25 Lebensjahren die Geschäftsführung des Unternehmens und traf alsbald auf Dietrich Nebel, der in der Branche der Wickelpappenindustrie deutliche Spuren für Automatikanlagen hinterlassen hatte. 

Gemeinsam führten sie bis zum Jahre 1990 das Unternehmen, ehe Dietrich Nebel gesundheitsbedingt wieder ausschied.

    


 

    

In dieser Zeit wurden, neben den bekannten Nebel-Wickelpappen-Straßen, Walzen, Zylinder, Trommeln und andere Großdrehteile gefertigt, für die auch seither eine besondere Werbung betrieben wurde.

Der Betrieb musste natürlich in seiner Struktur umgestellt werden. So wurde 1966 die aus dem Jahre 1870 stammende Eisengießerei geschlossen, weil zu diesem Zeitpunkt kein wirtschaftlicher Erfolg für diese Abteilung mehr feststellbar war. Die Betriebsfläche wurde für eine Schweißerei umgebaut und so zumindest von der Kopfzahl her die Betriebsbelegschaft erhalten. 
Im Jahre 1996 erfolgte ein Modernisierungsumbau hier auf dem Grundstück.

Dabei wurden zweieinhalb Betriebshallen und ein Teil des Bürogebäudes abgebrochen und hierfür eine großzügig gestaltete Halle neu errichtet sowie das bestehende Bürogebäude um eine Etage aufgestockt.

Im darauffolgenden Jahr wurde ein Neubau in Form des Werkes 2 in der Distelrather Straße, Düren, errichtet. Dazu wurde eine Geländefläche von 10.000 m2 angekauft und eine Halle von zunächst 1.500 m2 errichtet, in der vornehmlich die größeren Drehteile bearbeitet werden.

Während früher der gesamte Maschinenbau eine sehr große Fertigungstiefe erforderte und im Hause KRAFFT vom Zahnrad bis zur geschliffenen Walze alle Artikel selbst gegossen, mechanisch bearbeitet und entsprechend zusammengebaut wurden, ist der Betrieb heute darauf eingerichtet, Walzen, Zylinder, Trommeln und andere Großdrehteile zu fertigen.

Nach wie vor ist KRAFFT ein mittelständisches Unternehmen, das mit etwa 110 Beschäftigten solide strukturiert ist.

Zum Jahresende 1999 übernahm KRAFFT die Mehrheit an den Geschäftsanteilen der KELZENBERG + CO GmbH & Co. KG, einem Hersteller von Großwalzen und Druckbehältern. Durch die Akquisition konnte das Produktspektrum erweitert und die Fertigungsmöglichkeiten vertieft werden.

 


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